Nachdem ich euch in den vergangenen Tagen bereits die Musik der Jahre 2000 bis 2003 vorgestellt habe, sind wir heute schon bei der Mitte des vergangenen Jahrzehnts angelangt. Die Jahre 2004 und 2005 sollen im folgenden Artikel genauer beleuchtet werden.
2004
Genau wie schon 2002, schafft es auch in diesem Jahr wieder ein Sommerhit zur erfolgreichsten Single des Jahres: Dragostea din tei von O-Zone. Genau wie der Ketchup Song zwei Jahre zuvor, war auch dieser Track hoffnungslos schlecht, nervtötend und außerdem verstand kein Mensch den Text. Immerhin gab es keinen Dragostea-din-tei-Dance oder ähnliches. Dieser marginale Vorteil, den man O-Zone gegenüber Las Ketchup attestieren musste, wurde aber durch das schmierige Auftreten der drei O-Zone-Moldaven problemlos wieder egalisert. Als wäre O-Zone nicht schlimm genug gewesen, verübte die Rumänin Haiducii zeitgleich mit genau dem selben Text und der gleichen Melodie einen Anschlag auf Europas Gehörgänge. Wie kommt man auf solche Ideen? Und schlimmer: Wie können Länder, aus denen so ein Murks kommt, regelmäßig im Eurovision Song Contest abräumen? Aber der interessiert eh weniger als chinesiche Reissäcke.
Immerhin das O-Zone-Video war innovativ …
Außerdem:
Lebt denn der alte Holzmichl noch, Holzmichl noch, Holzmichl noch,
lebt denn der alte Holmichl noch Holzmichl noch?
Ja er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch,
ja er lebt noch, er lebt noch stirbt nicht.
Ihr erinnert euch? Gefühlte 937 Wochen waren die Randfichten mit ihrer Holzfäller-Hymne viel zu präsent in TV, Charts und Radio. Wieso weiß niemand so wirklich, zumindest ich hab keine Ahnung … Der einzige Gedanke, der mir heute – 6 Jahre später – zum Holzmichl einfällt: Gut, dass es vorbei ist. Antwort auf die Holzmichl-Thematik: Er lebt nicht mehr, wenn doch hätte das mittlerweile ein zivilcouragierter Mitbürger geregelt.
In den Jahrescharts 2004 gibts sonst wenig prickelnes. Erwähnenswert, dass Juli und Silbermond so langsam aus ihren Löchern gekrochen kommen, Alexander Klaws zum Glück in ebenjenen verschwindet und Usher mit Yeah seine vermutlich erfolgreichste Single raushaut.
Leider gab es aber auch im Jahr 2004 wieder viel zu wenig gute Musik. Behind Blue Eyes von Limp Bizkit, Outkast mit Hey Ya und Superior von Gentleman waren ganz eindeutig meine Favoriten. Außerdem waren aber auch die Black Eyed Peas mit einigen starken Tracks am Start und Runnin von 2Pac und Biggie ging auch klar.
2005
Genug genörgelt und gejammert: Es wird besser!
Okay, das erfolgreichste Lied trug den Titel “Schnappi, das kleine Krokodil”, dicht gefolgt von “Durch den Monsun”; ganz vorne in den deutschen Charts also eindeutige Dominanz präpubertärer Mädchen. Macht aber nichts, weil – wie gesagt – danach wirds besser!
Bevor wir auf die echten Highlights kommen, müssen aber andere Bands und Tracks kurz angerissen werden. 2005 starteten neben Tokio Hotel auch Ich+Ich durch. “Du erinnerst mich an Liebe” hieß ihre erste Single. Wirklich richtig schlecht und schnulzig. Mittlerweile haben sich Anette Humpe und Adel Tawil aber – meiner Meinung nach – wirklich gesteigert und machen fast schon gute Musik. Manchmal! Außerdem gab es ganz viel Sarah Connor, zu viel Yvonne Catterfeld und Anett Lousianne und auf jeden Fall viel zu viel US5. Auch die Gurken konnten mir das Jahr aber nicht vermiesen!
Dafür sorgten zum Beispiel Seeed. Ihr neues Album Next! war genauso stark wie die Vorgänger und auch die releasten Singles wie Schwinger kamen richtig gut! Snoop Dogg gefiel mir mit Signs zusammen mit Justin Timberlake und Drop It Like It’s Hot (feat. Pharell Williams) so gut wie noch nie und außerdem gab es ja auch noch Fettes Brot mit dem Album Am Wasser gebaut: Auch ne ganz große Kiste!
Sowieso gab es viele starke Longplayer. Hierzu zählt für mich ohne Zweifel auch Collision Course von Linkin Park und Jay-Z. Beide Acts alleine sind schon starke Nummern, aber zusammen … – Groß! Big City Life von Mattafix ist ebenfalls bis heute endlossschleifentauglich. Um das ganze abzurunden kamen dann auch noch die Pussycat Dolls und Rihanna in die CD-Regale. Nicht umbedingt mein Geschmack – aber schlechte Musik war es trotzdem nicht.
Mein absolutes Highlight in 2005: What the hell are you waiting fooooor?
Während der ersten 00er-Jahre musste man sich die Frage stellen, ob die Musik in den Folgejahren endlich besser werden würde. Nach dem bisherigen Qualitäts-Peak im Jahr 2005 blieb zu hoffen, dass das Niveau nicht wieder unter den Teppich kriecht. Ob dies der Fall war erfahrt ihr im nächsten Teil unserer “MUsik des vergangenen Jahrzehnts”-Reihe
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