Habt ihr auch Probleme damit Bücher zu lesen, dessen Hauptfigur anderen Geschlechts ist als ihr selbst? Ich mag sowas nicht! Keine Ahnung warum, aber ich muss mich beim Lesen immer und fast ununterbrochen über weibliche Protagonisten ärgern. Deshalb ist es für mich eigentlich ausgeschlossen ein solches Buch zu lesen. ![]()
Für “Mieses Karma” habe ich allerdings eine Ausnahme gemacht. Auch wenn es mich abgeschreckt hat, dass hier aus der Sicht von “Kim Lange” geschrieben wird, fand ich die hinter dem Buch steckende Idee zu spannend, um es weglegen zu können. Außerdem ermutigte mich der Name des Autors – David Safier -, da dieser ganz offensichtlich auf einen männlichen Autoren schließen lässt. Vielleicht sogar eine weibliche Protagonistin, mit deren Handeln ich mich anfreunden kann?
Zum Inhalt:
Kim Lange ist überzeugte Karrierefrau: Ihr Job als TV-Moderatorin ist wesentlich wichtiger als ihre kleine Tochter Lilly und Ehemann Alex. So wundert es kaum, dass sie Lillys Kindergeburtstag schwänzt, um an der Verleihung des deutschen Fernsehpreises teilzunehmen. Nachdem Sie hier den Preis als beste TV-Moderatorin gewinnt, betrügt sie ihren Mann nach der Preisverleihung mit einem ihrer Konkurrenten. Anschließend steigt sie auf das Hoteldach, wo sie vom Waschbecken einer veralteten Raumstation erschlagen wird. Komische Kiste irgendwie, aber nicht abschrecken lassen: Trotzdem weiterlesen!
Da Kim Lange als Mensch vollkommen versagt und dabei einen riesigen Berg schlechtes Karma angesammelt hat, darf sie nicht ins Nirwana übergehen: Nach ihrem Tod wird sie zunächst als Ameise in ihren Garten wiedergeboren.
Um im nächsten Leben als höheres Tier wiedergeboren zu werden oder sogar ins Nirwana übergehen zu dürfen, muss sie ihr Karmakonto ordentlich aufbessern. So beginnt eine Widergeburten-Odyssee, bei der Kim einerseits versucht gutes Karma zu sammeln, parallel hierzu allerdings auch verhindern will, dass Alex Kims ehemals beste Freundin Nina heiratet. Zwei Ziele, die nur schwer erreichbar und noch schwieriger unter einen Hut zu bringen sind. Ob ihr das gelingt, verraten wir euch hier natürlich nicht …
Auch wenn die Geschichte ziemlich abgedreht wirkt, setzt David Safier in seinem Roman viele interessante – mitunter lustige – Ideen spannend um. Wenn man sich ein bisschen darauf einlassen kann, ist “Mieses Karma” trotz einiger langatmiger Szenen wirklich lesenswert und eine anspruchslose Abwechslung zum Standard-Lesestoff.
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